zufall


gibt es nicht

die genauere auseinandersetzung mit der erscheinung meiner objekte führt zwangsläufig zu philosophischen grundsatzfragen wie der frage nach zufall oder determinismus.

 

auf den ersten blick könnte man meinen der zufall spiele bei meinen entwürfen eine große rolle. setzt man sich aber intensiver damit auseinander, muss man eben feststellen, dass deren ausformung keineswegs dem zufall überlassen wird. jedes detail ist lediglich die konsequenz des prozesses und dessen äußere einwirkungen, die für den menschlichen geist allerdings im vorfeld einfach nicht fassbar sind.

 

die physik liefert zu dieser „unfassbarkeit“ eine sehr anschauliche metapher, und zwar die des doppelpendels. die bewegung eines einfachen pendels ist mathematisch genau berechenbar. fügt man dem pendel aber eine zweite achse hinzu, macht es also zum sogenannten doppelpendel, wird dessen bewegung gänzlich unberechenbar. man spricht dann auch vom sogenannten chaos-pendel.

 


dort wird die mathematik vor ein problem gestellt das wahrscheinlich nie gelöst werden kann. bewegt sich das doppelpendel nämlich, gerät es irgendwann an einen punkt des absoluten gleichgewichts. ab diesem punkt ist es unmöglich den weiteren verlauf des pendels zu berechnen. trotzdem ist dessen weiterer verlauf nicht zufällig.

 

das pendel befindet sich dort in einem zustand der hypersensibilität und reagiert auf jede noch so kleinen äußeren einfluss. so kann der flügelschlag einer fliege ausreichen um das pendel nach links oder nach rechts kippen zu lassen.

 

diese metapher lässt sich in meinen augen auch auf das leben übertragen. viele wege und bewegungen sind vorgezeichnet, doch es gibt ebenso viele momente des absoluten gleichgewichts in denen wir aktiv entscheidungen treffen können die in teils komplett gegensätzlichen ergebnissen münden. so auch in meinen objekten zu sehen, welche bei augenscheinlich gleichen vorausstzungen und prozessen in jeweils komplett individuellen und unikalen resultaten enden.